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Goddess ...und ein bissl von mir
Mögen die Spiele beginnen

So, hat es mich jetzt doch letztenendes hierher verschlagen und nach einstündigem Studium der Einstellungen und was man hier nicht alles machen und lassen kann, bin ich jetzt auch in der Lage etwas zu schreiben (wie man unschwer erkennen kann).
Und ehe jetzt hier "Schon wieder einer, der hier seine sinnlose Meinung an den Mann bringen will"-Proteste aufkommen, sage ich nur eines: "Ja, ich möchte meine sinnlose Meinung puplik machen und ja, ich werde es auch weiterhin machen." "Na und!"

Und was ja noch viel toller hier ist, ist ja die Tatsache, falls es wirklich Leute gibt, die diese Seite interessiert mögen, dass man RSS-Feeds davon abonnieren kann

Des einen Freund, des anderen Leid.

Also, auf munderes bloggen!

hip hip hip......   ....Hurra

6.5.08 19:56


Sommersonne - schlechte Laune

Welch ein wunderschöner sonniger und warmer Tag es doch heute war. Aber da hört das wunderschöne auch schon wieder auf, denn persönlich war es für mich wieder ein Tag, an dem man denk "Mensch, du, wärste doch mal lieber nicht aufgestanden." Es fing ja schon mit der Tatsache an, dass ich mich heute wieder ablichten lassen wollte (Passbilder) und prompt nach über zwei Jahren Pickelabstinenz wieder ein blinkender roter Fleck mitten auf der Nasenspitze auftauchte. <--- so hab ich dann auch vor dem Spiegel ausgesehen. Aber irgendwo war es ja auch klar, dass es so kommen musste.

Gut, bin ich dann nun endlich losgegangen und im Laden selber fragte ich dann die gute Frau Fotoknipserin, wieviel denn der ganze Spaß nun koste. "4 Passbilder kosten 9,95€" -geht ja- Und auf meine Frage, ob es möglich ist, das Bild dann auch auf digitalem Wege mitzunehmen, meinte sie dann völlig kompromisslos "Das macht dann 10€ mehr, wenn sie das auf CD mitnehmen" Ha Ha - auf CD, aber ich bin ja schlau und habe den USB-Stick mit. "Ja, das kostet trotzdem 10€ mehr, egal ob CD oder USB."

Gut, ich habe trotzdem die nun 19,95€ bezahlt. Wann bekommt man mal wieder so ein relativ hochauflösendes Bild von mir? Wenn man denn eines haben will - das sei mal dahingestellt...

So, auf dem Wege nach Hause dachte ich mir "Hey, kannste doch mit der Straßenbahn fahren und dann an der Haltestelle austiegen, wo ich normal durchfahre und dann den Bus nehmen, der gleich vor meiner Haustür hält." Welch hohler Plan.

Steig ich aus und gehe zur Bushaltestelle, sehe ich, dass der Bus erst in 15 Minuten kommt. "Gut, nimmste halt die andere Straßenbahn" Tja, die fuhr genau in dem Augenblick weg, als ich den Gedanken zu ende gedacht hatte. Und so war 15 Minuten warten angesagt.

Etwas leicht enttäuscht von diesem Tag lese ich mir so die neusten Nachrichten durch und lese, dass dieser Österreicher, der seine Tochter 24 Jahre lang auf (ich sage mal) grausame Art und Weise gefangenhielt, behauptet, dass er gar kein Monster ist und alles aus nur einer Sichtweise erzählt wird. Spinnt der? Ist bei dem die Realität abhanden gekommen? Soll man dafür noch dankbar sein, was er mit einem angestellt hatte? Bei so einem Menschen wünschte ich mir echt chinesische Verhältnisse: Genickschuss und aus die Maus.

Apropos China, hab ich doch heute mal die Tibetflagge an einem Haus hängen gesehen. Ach ich freue mich schon auf Olympia. Wird so einen fadenscheinigen Geschmack haben, wie zu den olympischen Spielen 1936 damals. Nur, dass diesmal die ganze Welt schon im Voraus weiß, dass dort alles nur vorgespielt ist. Lassen wir uns überraschen.

Also hab noch einen schönen Tag, denn schlimmer geht es immer

7.5.08 18:22


Feuerdomino


Diese Aufnahme entstand während eines schönen Grilltages, als uns langweilig war und wir wahllos Streichhölzer in die Glut warfen, um zu sehen, welches sich als erstes entzündet. Am Ende haben wir sowas ähnliches wie ein FeuerDomino gebaut, wo das Feuer von unten (Glut) auf das Rost - über das Rost und dann wieder zurück zur Glut brennt ;-)
Es ist etwas pixelig, aber man sollte erkennen, was da abgeht (jetzt nachdem ich es lang und breit erklärt habe -.- )

Und wer noch wissen will, wie unser Grilltag sonst noch so verlief:
12.5.08 00:03


Weil du es gedacht hast!

Nun mal etwas aus der Kategorie: Völlig abgedreht!

Und zwar geht es darum, dass meine große Schwester (die in Madrid wohnt) Streit mit meiner Frau Mama und meiner kleinen Schwester hat, weil die kleine Schwester schwanger ist. Oder genauer gesagt, weil meine große Schwester etwas gesagt hat, was den Beiden nicht so passte.
Wie gehöre ich da jetzt rein. Eigentlich gar nicht, aber wenn 3 sich streiten, leidet der Vierte.

Zur eigentlichen Geschichte:
Meine Große rief mich Samstag abend in völliger Extase an.
"Ich habe gerade mit der Mutter telefoniert und die ist ja sowas von...bla bla bla bla bla." Da ich aber nicht wirklich Zeit hatte mich jetzt großartig mit ihr zu unterhalten, da ich ja eigentlich Besuch hatte, beschränkte sich das Thema "Mutter und Streit" auf ein paar Minuten.
Am nächsten Tag ging ich zur besagten Mutter nebst kleinen Schwester, da ich (wieder mal) zum Sonntagsessen eingeladen war und weil praktischerweise auch Muttertag war.
Im Vorraus konnte ich mir schon ausmalen, wie das Treffen ablaufen würde und zwar würde es mit dem Thema "Große Schwester = böse" starten. Dem war auch so.

kleine S.: "Hast du gestern mit deiner Schwester telefoniert?"
Ich:"Ja, aber nur kurz. Wieso?"
"Hat sie denn irgendetwas gesagt?"
"Was meinst du denn damit?" [hab mich natürlich etwas doof gestellt, wollte ja nicht gleich ins offene Messer laufen]
"Ja, sie hat ja gestern hier angerufen und meinte..." [in dem Moment betrat auch meine Mutter den Ort des Geschehens] "..., dass ich und die Mama die selben Gene hätten."
"Nunja, das ist aber nunmal Fakt"
"Nein, ich meine....sie sagte dann auch, dass wir uns immer Geschichten ausdenken würden, die gar nicht stimmen und sie [große Schwester] damit immer schlecht machen wollen."

Ich grinste etwas von mir hin, sei es aus der Bestätigung, dass meine Vermutung wirklich wahr geworden ist oder die Tatsache, dass das, was meine große Schwester gesagt hatte, eigentlich wahr ist. Aber ich sagte kein Wort dazu.
Nun ging meine Mutter wieder in die Küche und ich fragte aber vorher, ob ich ihr nicht helfen kann mit dem Mittagessen. Es ertönte nur ein dumpfes "Nein!"
Als sie dann auf ihre Terrasse ging, um den Tisch herzurichten, folgte ich ihr und fragte abermals, ob ich ihr nicht helfen könnte.

Mutter: "Nein, lass mich."
Ich: "Wieso denn? Was ist denn los?"
"Nichts, lass mich einfach."
"Versteh' ich jetzt nicht. Wieso darf ich dir nicht helfen?"
"Weil ich gesehen habe, was du gedacht hast, als deine kleine Schwester sagte, was deine Große behauptet hatte. Und da dachtest du, dass es auf deine Mutter zutrifft."
"Was? Woher willst du das denn wissen?"
"Weil ich es in deinem Gesicht gesehen habe."
"Jetzt wirds aber komisch, darf ich jetzt nicht mal mehr meinen Teil denken?" [Im Grunde hatte sie ja recht, aber ich hab doch gar nichts gesagt]
"Nein darfst du nicht! Nicht, wenn es sowas ist."
"Das nimmt jetzt aber schon diktaktorische Ausmaße an. Du bist Ethiklehrerin."
"Na und?"

Gut, das wurde mir dann zu dumm und ich brach das Gespräch ab.
Ein paar Minuten später, kam sie dann an und entschuldigte sich bei mir.

Kann aber auch nicht wahr sein, dass ich in diesen eigentlichen Unsinnsstreit, den die 3 haben, mit reingezogen werde. Nächstes Mal komme ich nur noch, wenn die mir versprechen mich mit ihren Streitereien in Ruhe zu lassen, denn sonst laufe ich noch Gefahr Stellung zu beziehen und dann noch mehr Streit zu haben.

13.5.08 16:05


Amerika und der Rest der Welt

Ich habe im Jahre 2003 von Ende September bis Ende Oktober an einem einmonatigen Schüleraustausch in die USA teilgenommen. Mich oder besser gesagt uns hat es in die Weltstadt Aberdeen in South Dakota verschlagen. Wer nicht weiß wo South Dakota liegt – es liegt südlich von North Dakota. Schon alleine der Flug dahin war mehr als eine Quälerei. Auf dem Main-Flug, wie ich ihn nenne (Amsterdam – Minneapolis) saß ich genau in der Mitte. 2 Leute links und 2 Leute rechts von mir. Komm da mal aufs Klo wenn alle schlafen. Nicht dass das schlimm genug war – nein – rechts von mir saß der Typ der in unserer 12-köpfigen Gruppe (10 Schüler, 2 Lehrer) wohl der Verhassteste gewesen ist. Er konnte ein sehr spärliches, mit sächsisch unterlegtes Englisch, ist dumm wie ein vertrocknetes Brot und labberte die ganze Zeit über Autotechnik. Mich hat es einen Scheißdreck interessiert. So wandte ich mich zur linken Seite. Da saß der wohl feministischste Junge, den ich bisher kennen lernen durfte. Er will lange Haare haben, um diese dann liebevoll zukämmen und zupflegen. Dieser ist aber auch flugzeugbegeistert und alles was damit zu tun hat (Flughäfen, etc.) Und so kam es, wie es kommen musste, er nervte mich, welcher nun der größte Flughafen ist. Der in Minneapolis oder der in Denver. Who cares? Not me! Und nicht dass dies schon ausreichte. Dieser Mensch erzählte mir auch noch alles über die Flugzeuge mit denen wir noch fliegen werden oder schon geflogen sind. Ich spielte wieder mit dem Gedanken, mich dem Typ meiner rechten zuzuwenden. „Was möchten sie essen?“ Nie hab ich diese Worte so gemocht. Endlich mal ein Satz, wo ich mal inhaltlich alles verstanden habe. Es gab – und jetzt haltet euch fest – Nudeln. Nicht, dass ich in meinem WG-Leben mehr Nudeln esse, als manche Firmen herstellen. Nun gab es die auch noch hier. Wie habe ich mich auf ein nach Zeitungspapier schmeckendes Stück Fleisch mit angeblich durchgekochtem Gemüse an ungeschälten Kartoffeln gefreut, aber nein es gab Nudeln. Guten Appetit.

Nun schliefen alle und ich hatte meinen Kampf mit der Blase. Wie aufstehen, wenn alles schläft. So versuchte ich auch zu schlafen. Wenn man die Augen zu hat und nicht wirklich schlafen kann, konzentriert man sich im Allgemeinen auf seine restlichen 4 Sinne. Einen dieser Sinn habe ich in diesem Zeitraum verflucht. Den Geruchssinn. Es hockte genau hinter mir ein Mann, der wohl nur entspannt fliegen kann, wenn er seine Schuhe auszog. Ich verspürte ein maßloses Verlangen auf Harzer Käse, obgleich ich solchen Käse verabscheue. Es war einfach nicht zum aushalten, sowohl der Geruch als auch der Druck auf meiner Blase. Ein Blick auf den Monitor: ‚Verbleibende Flugzeit: 5 Stunden’ Na gute Nacht.

Aber auch diese Qual nahm mal ein Ende und so landeten wir auf dem Flughafen Minneapolis. Thanks god. Mein erster Handlungsakt war es, die amerikanischen Toilettenanlagen zu inspizieren. Es war sehr aufschlussreich. Schon beim spülen, kann es sein, dass wir Deutsche an einem Herzinfarkt sterben, da wir wohl mehr auf Geräuschlosigkeit schwören. Doch nun weiter zum nächsten Gate – wo auch immer der sein mag. Wie habe ich mir jetzt gewünscht dem Typen wenigstens einmal zugehört zu haben. Aber ich hab es trotzdem gefunden. Nun war warten angesagt, da der Flug erst in 3 Stunden geht. Währenddessen habe ich mir mal das Flugzeug angesehen, mit dem wir fliegen werden. Es ist eines mit Propellern gewesen. Mir wurde gleich ganz anders und noch ganz anders wurde mir als ich drinnen saß. Und wie Mr. Zufall so spielt, wieder hockte der Weib-Typ neben mir. Der Flug dauerte zwar nicht so lange, hat aber mehr Nerven in Anspruch genommen als der Main-Flug.

Landung auf dem aberdeener Provinzflughafen. Und da standen sie – in Sweater und Jeans – die Ammis. Ich hatte kein Problem meine Gastschwester ausfindig zu machen und so begrüßt man sich erstmal und tauschte ein standartmäßiges „How are you?“ – „I’m fine“ aus. Ich wartete auf meinen Koffer und los ging es. Der Boyfriend meiner Gastschwester (sie heißt Erin, er heißt Ben) hat mein Koffer genommen und schliff ihn mehr oder weniger zum Auto. Von der Fahrt an sich habe ich wenig mitbekommen. Ich war so müde, wie lange nicht mehr. Als wir dann bei Erins Haus ankamen, wurde ich auch sogleich von der Familie empfangen, sogar der kleine Bruder Evan war noch wach, weil er unbedingt mal einen Deutschen sehen wollte. Welcome in the zoo! Die Mutter konnte vor Aufregung kaum inne halten und redete ohne auch einmal Luft zu holen. Verstanden habe ich nur Bruchteile, konnte mir aber in etwa ausmalen, was sie meinte. Aber ehrlich gesagt, wollte ich nur noch wissen, wo ich schlafen kann und wo das Bad ist. Der Rest war mir vorerst vollkommen egal. Ich stank wie ein Wiesel und so hab ich mich erstmal gewaschen und danach ins Bett begeben. Um 8 mussten wir schon wieder in der Schule sein. So stand es mit dem Ausschlafen genauso wie ein voreiliges Ende des Irakkrieges – schlecht. Dennoch bin ich schon um 5 aufgewacht. Logischerweise, war da noch keiner wach und so beschloss ich mal das amerikanische Fernsehprogramm durchzuforsten. Was mir bis heute nicht so richtig gelungen ist. Das einzigste, was ich mittlerweile heraus gefunden habe, ist, dass man nie und ich meine nie einen Spielfilm im TV ansehen sollte, denn so gut wie aller 5 Minuten gibt es eine 3-minütige Werbeunterbrechung. Wenn das so über mehrere Stunden so geht, ist es wohl mehr als logisch, dass man dann eher Lust hätte einen Schokoriegel zu kaufen, als den Sinn des Film verstanden zu haben. Um 6 Uhr kam dann die Mutter runter. Ach ja, ich vergaß wohl zu erwähnen, dass ich im Keller wohnte. Klingt jetzt etwas seltsam, war es aber absolut nicht. Sie haben dort alles ausgebaut gehabt. Ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer und ein Bad. Und das alles war jetzt mein Reich. Nun kam wie schon erwähnt Frau Gastmutter zu mir runter und wunderte sich, dass ich schon wach bin und bat mich hoch zukommen, um dort zu frühstücken. „Wow – meine erste amerikanische Mahlzeit.“ Es ist aber nicht zu vergleichen mit unserem deutschem Toast mit Marmelade Frühstück. Hauptsächlich stand dort das Motto „Help yourself“, aber am ersten Tag, hat man mir doch etwas geholfen, damit ich weiß, wo es was gibt und WAS es alles gibt. Cornflakes hatten sie im Überfluss und dennoch kam jeden Tag jemand mit einer neuen Schachtel an. Kommen wir zum Kühlschrank. Der wird seinem Namen mehr als gerecht. Das Zeug, was man dort reinstellt, wird echt kalt, zu kalt für meinen Geschmack. Ich wollte mir nur Milch in ein (dreckiges [Westernwitz]) Glas einschenken und trinken, als ich fast an einem Kälteschock gestorben wäre. „Boah – ist das arschkalt“ Aber man muss sich auch daran gewöhnt haben. Und nun auf, auf zur Highschool. Die Schulen sehen tatsächlich so aus, wie im Fernsehen gesehen. Nur unser Glück, dass es kein Riech-TV gibt. Die Schulkantine war schnell gefunden. Immer der Nase lang und je schlechter du dich fühlst umso näher bist du dran. Unser Aufenthaltsraum wäre mit der Bezeichnung Witz wohl noch geschmeichelt gewesen. Es war oder ist immer noch ein großer Raum ohne Fenster. Teilen mussten wir den auch noch mit den Physikschülern, da diese Fernunterricht genossen. Und so mussten wir uns auch noch in die hinterste Ecke zurückziehen, damit wir auch ja nicht den Unterricht stören. Hey, danke liebe aberdeener Schulleitung. Ihr hattet bei uns einen eigenen Raum mit Fenstern, wo nur ihr drinnen sein durftet. Und ihr habt sogar fast jeden Tag Kuchen und der gleichen bekommen. Wir hatten jedeglich eine Pizza am ersten Tag – das war es auch schon wieder. Aber ich will mich ja nicht beschweren, immerhin befindet sich das Land ja im Krieg. Aber halt, der Krieg ist ja schon seit Mai 2003 zu Ende. Also warum noch mal gab es nur eine Pizza?

Nun war es Zeit mal am Unterricht teilzunehmen. Vergesst alles was ihr hier in Deutschland kennt. Werft es über Bord, verbrennt es oder lasst euch sonst etwas einfallen. Im Vergleich zu dem amerikanischen Unterrichtssystem müssten wir die PISA-Studie anführen oder die USA unter uns liegen. Aber das ist ein anderes Thema. Meine erste Stunde dort war Mathe. Sie schrieben dort wohl ein Test oder eine Arbeit. Ich weiß es bis heute nicht, denn die Maßnahmen, die man eigentlich dafür treffen sollte, gab es nicht. Wenn zwar in der USA sonst alles sicher ist, aber Arbeiten schreiben war noch nie so einfach. Man hatte die Gelegenheit mit der Arbeit in einen Nebenraum zu gehen, um sich dort besser konzentrieren zukönnen. Für einen alleine wäre es wohl sinnreich gewesen, aber wenn 4 oder 5 Mann da hin gehen, kann man sich ja wohl ausmalen, was passiert. Desweiteren darf man dort mit Bleistift eine Arbeit schreiben, hier wird man schon gewürgt, wenn man nur mit grüner Tinte schreibt. Nun ging es zur 2. Stunde, was das für eine war, kann ich nicht sagen, nur soviel, es hat was mit Computern zu tun und ich weiß, dass sie dort Präsentationen ohne Ende erstellt haben. Was mir mehr als langweilig erschien. Erste Hälfte der Stunde die Präsentation erstellen – zweite Hälfte wurde diese dann vorgestellt. Ich genoss Privilegien und durfte ins Internet. Obwohl alle gängigen Internetadressen wie Hotmail (da hab ich auch ein E.Mail-Account) gesperrt waren, fand ich dennoch ein Weg mich durch diese Sperre durchzumogeln. Wozu hab ich denn die Ausbildung gemacht? Danach war die Schule zu Ende. Nach ganzen 2 schweißtreibenden Stunden. Mich freute es. Wir trafen uns wieder im Aufenthaltsraum und gingen dann nach Hause. Was ich nicht wusste, dass genau heute ein Fest war. Das so genannte „Homecoming“. Wenn ihr hier nun eine Erklärung erwartet, liegt ihr schief. Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, warum man denn dieses „Homecoming“ feiert. Niemand weiß es. Es wird einfach gefeiert. So gesehen grundlos. Was mich wieder auf den momentanen Irakkrieg brachte. Anscheinend braucht das amerikanische Volk keinerlei Gründe, um etwas zu machen – sie machen es einfach. Allerdings kann ich sagen, was beim „Homecoming“ alles passiert. Als erstes malen sich alle in den Stadtfarben an. Hier ist es Blau, Gelb und Weiß. Dann gehen alle an die Hauptstraße. Hier möchte ich klarstellen, dass es in Aberdeen 2 Hauptstraßen gibt. Eine führt von Norden nach Süden und die andere von Osten nach Westen. Wir waren an der Norden-nach-Süden-Straße. Dort findet jedes Jahr ein Umzug der regionalen Universitäten, Highschools, Firmen/Unternehmen und Banken statt. Süßigkeiten werden an die lieben Kleinen verteilt und alle freut es. Natürlich durften auch die Fast-Food-Ketten nicht fehlen, von TacoBells bis McDonalds war alles vorhanden. Aber nach ca. 4 Stunden wurde es uns zu viel des Guten und sind dann in das Haus der Lehrerin gegangen, die alles mitorganisierte. Und es gab Essen. Endlich, ich war schon kurz vorm Verhungern. Es hatte einigermaßen geschmeckt, aber zumindest war ich satt. Der Tag neigte sich dem Ende zu und ich dachte schon ich dürfte jetzt schlafen gehen, da ich immer noch müde vom Flug war. Aber wie es mit dem Denken so ist, man liegt immer falsch. Und so war es auch. Am Abend fand das jährliche Lokalderby der Aberdeen University und der, der Brown University statt. Und zwar wurde American Football gespielt. Im TV sieht der Sport immer so spannend und brutal aus. In der Realität ist davon wenig zu sehen. Es war rotzlangweilig, ich habe absolut nichts verstanden und es war kalt – da wäre der Kühlschrank nichts dagegen gewesen. Denn das Gute an South Dakota ist, dass es flach ist und ich meine flach. In Holland würden die Einwohner Bergsteigen gehen. Dank dieser geologischen Gegebenheit pfeift der Wind ungehindert durch das Land und die Temperatur sinkt dann nochmal um 10°C. Während der Halbzeit sind wir dann aber doch nach Hause gefahren und ich konnte endlich ins Bettchen sinken. Die nächsten Tage waren dann mehr oder weniger ereignislos, da es früh in die Schule ging und nachmittags wurden dann lokale Sehenswürdigkeiten angesehen, wie zum Beispiel der Themenpark. So eine Art Disneyland nur für ganz kleine Kinder. Es war mehr lustig und peinlich als interessant. Von Yogi-Bär bis der Zauberer von Oz war alles vertreten, was in der amerikanischen Märchen- und Comicwelt Rang und Namen hat. Am fünften Tag habe ich mich entschlossen, mal einen Apfel mit in die Schule zu nehmen. Diesen packte ich dann in der Schulkantine aus und biss herzhaft hinein. Da der Apfel eigentlich mehr aus Chemie als Natur bestand, war in dem Augenblick für mich nebensächlich, da ich einfach nur die verwunderten Blicke der Zuckerriegel- und Fettburgerfresser genoss. In ihren Augen spiegelte sich Verwunderung gepaart mit Fragen wieder. Ich konnte nur erahnen, was in den Köpfen vor ging ‚Was ist denn das für ein seltsamer Burger?’ oder ‚Wenn da Zucker drin ist, will ich das auch mal essen!’ Ich aß den Apfel noch auf und verschwand dann aus der Kantine. Am nächsten Tag gab mir meine Gastmutter einen Vanillepudding mit. „Hmmm, lecker Vanillepudding. Den hebe ich mir für die große Pause auf.“ Wie sich später rausstelle, war das ein sehr guter Gedanke, denn ich bekam den Deckel nicht vom Becher ab. Nach ca. 7 Minuten war ich in der Annahme es endlich geschafft zu haben. Jetzt hatte ich zwar den Becher wegbekommen, jedoch war um den Pudding herum eine Art Membran die sich von der Innenseite des Becher herrührte. Ganze 4 Minuten später habe ich es geschafft, die Membran vom Deckel zu lösen ohne dabei mit Pudding bekleckert zu werden. Ein Löffel war schnell gefunden und so schob ich mir voller Freude den Vanillepudding in den Mund. Ein lautes Igitt, hätte es nicht besser ausdrücken können. Man suchte vergeblich nach dem Vanillegeschmack. Ich vergewisserte mich, ob auf der Verpackung wirklich Vanille steht, aber es stand da. Chemie pur.

Nun kam der 6. Tag und ich bekam eine neue Mitbewohnerin. Sie war auch aus unserer Reisegruppe und heißt Cathleen. Sie war das Gegenteil vom Weib-Typ – sie ist so eine Art Typ-Weib. Sie ging auch in meine Klasse. Der Grund für ihren Umzug war, dass sie mit ihrer Gastfamilie angeblich nicht klar kam. Ich hatte meine eigene Meinung, aber die wollte ja niemand hören. Sie behauptete nicht genug Beachtung bekommen zu haben und langweilte sich die ganze Zeit nur alleine in ihrem Zimmer rum. Wie ich das während ihres Aufenthalts festgestellt habe, war auch ihr Englisch nicht gerade frei von Fehlern der Orthografie und Grammatik. Deshalb hat sie auch selten geredet und ging nicht zu den Leuten, um etwas zu fragen. Sie war froh, dass ich da noch in dem Haus war, sonst hätte sie wieder so geendet, wie in der anderen Familie. Mich hat es maßlos genervt, aber habe trotzdem gute Mine zum bösen Spiel gemacht.

Freizeitmäßig nahm das Angebot auch immer mehr zu. Mal gingen wir angeln oder spielten Tennis. Die Tennisplatzbenutzung ist dort übrigens frei. Da kann sich Deutschland wirklich mal eine Scheibe abschneiden. Angeln war eigentlich immer lustig, vor allem der Anfang, da ich nichts auf die Reihe bekam. Aber von mal zu mal ging es immer besser und ich habe auch eine Menge Fische gefangen. Dann kam der Tag an dem wir (Gastpapa, Gastmama, Evan, Cathleen und ich) in ein Museum gefahren sind. Far, far away. Knapp 2 Stunden Autofahrt war es entfernt und nicht, dass wir den Familyvan nehmen, damit alle Platz haben, nein, mit dem Pick-Up-Truck. Warum auch immer. Beinfreiheit war erst gar nicht vorhanden auf der Rückbank. Es war einfach nur ungerecht. Dann haben wir uns das Museum, was sich dann allerdings als Galerie entpuppte, angeschaut. Nur Bilder gemalt von einem ortsansässigen Künstler. So an sich waren die Bilder nicht schlecht, haben mir auch dann und wann auch gefallen. Aber es zog sich über 3 Stockwerke hinweg. Alle Bilder angeschaut, fuhren wir dann zu der Verwandschafft meiner Gastmutti. Alle sahen total gleich aus. Man war das strange. Und dann kam der Gastmuttivater an und erzählte mir, wie toll doch der Irakkrieg ist, denn laut ihm, kann Saddam uns jeder Zeit angreifen. Dann zeigte er mir noch auf dem Globus den Irak. Ich korrigierte ihn und schob seinen Finger weg von Rumänien auf das Land, was sich eigentlich Irak nennt. Wenn in der amerikanischen Armee wirklich solche Leute gibt, die nicht wissen wo ein Land liegt, dann ist mir auch klar, warum manche Raketen in anderen Ländern niedergehen oder generell fehlgeleitet sind, woran dann wieder die geniale Schulausbildung nicht ganz unschuldig ist. Denn ein paar Tage später saß ich im Geschichtsunterricht, zumindest hat es sich in den ersten 20 Minuten um Geschichtsunterricht gehandelt. Das Thema war Griechenland und die Demokratie und Homer. Später wurde dann daraus eine heiße Debatte darüber, warum die Dixie Chics (eine Countryweiberband) dem Irakkrieg abgeneigt sind und dagegen protestieren. Thema verfehlt, würde man hier sagen.

Und so ging es die ganze Zeit – Unterrichtsfächer, die man hier bestenfalls in AGs schieben würde, waren hier Pflicht. Ein kleines Beispiel? Gerne. Ich weiß den Namen nicht genau, aber es ging um die Erziehung von Kindern und wie man den Haushalt zu pflegen hat. Emanzipation in Amerika? Jedenfalls nicht hier in Aberdeen. Und so zogen sich die anderen Fächer auch nur so hin. Man hat nicht wirklich was gelernt, bzw. nur das schon Gewusste nur noch bestätigt. Bei all dem langweiligen Unterricht bekam man schon Durst. Von zu Hause bekam man nur Trinkgeld mit, um sich etwas in der Schule zu kaufen. Die Auswahl war groß. Pepsi, Pepsi oder - ja - Pepsi. Coca Cola oder diverse andere Marken gab es nicht, wie auch, wenn so gut wie die ganze Schule von Pepsi gesponsert wird. Da hat man doch gleich die exklusiven Verkaufsrechte in der Schule hinterher geworfen bekommen. Ich habe mir ein zuckerarmes Wasser zu Gemüde gezogen und dann wieder zurück in unser fensterloses Aufenthaltsraum zurückgezogen. So vergingen die ersten 14 Tage. Nebenbei wurden noch die fantastischen Sehenswürdigkeiten rund um Aberdeen gezeigt, wie ein altes Fort, der schon erwähnte Themenpark, der eigentlich für die lieben Kleinen gedacht ist, aber man ist ja flexibel und ein paar Seen. Das war es auch schon.

Nach diesen ersten 14 Tagen unternahmen wir eine South Dakota Rundfahrt. Erster Halt war in Pierre, die Hauptstadt von S.D. Der Clou ist, dass Pierre die Hauptstadt ist, nicht weil die so groß ist oder irgendwelche historische Besonderheiten hat. Sie ist die Hauptstadt, weil sie ziemlich mittig in South Dakota liegt.

Diese nun besagte Stadt ist noch langweiliger als es Aberdeen ohnehin schon ist. Sehenswürdigkeiten sind nur das Capitol und das Militär Museum. Dort habe ich zum ersten male einen Sherman Panzer aus dem WWII gesehen. Leider habe ich dort meinen Fotoapparat vergessen. Das Capitol ist weniger toll. Es ist nun mal ein Capitol. Der eigentliche Grund warum wir in Pierre Halt gemacht haben, ist der, da in der Nähe die Triple-U-Ranch liegt, auf der der Film „Der mit dem Wolf tanzt“ gedreht wurde. War auch sehr beeindruckend dort gewesen zu sein. Schon die original Filmkulissen zusehen und zum zweiten gibt es dort Büffel, welche wir dann mit unserem tollen Auto und einem Jeep des Ranchbesitzers durch die Gegend gerieben haben.

Danach ging es nach Rapid City, doch zuvor haben wir noch einen längeren Halt in den Badlands abgehalten. Eine sehr imponierende Landschaft. Nach endlosen Feldern tauch, wie aus dem Nichts, eine zerklüftete Gegend auf. Dort ist es wirklich extrem still. Man konnte Leute aus 500m Entfernung reden hören. Ich habe mich mit meiner Kamera von der Gruppe entfernt und kam dann irgendwo wieder raus, wo es nicht mehr weiter ging. Alle hätten sich zwar große Sorgen gemacht, aber dafür hatte ich einen wunderbaren Ausblick, den diese nicht hatten.

Jetzt ging es auch wieder weiter nach Rapid City. Große Stadt, aber genauso unbeeindruckend, wie Aberdeen und Pierre. Von dort starteten wir Ausflüge zu dem Devils Tower (Drehort von „Begegnung der 3. Art“ und zum wohl bekannten Mount Rushmore.

Der Devils Tower ist schon eine Naturerscheinung für sich. Einfach so steht eine aus Basaltsäulen bestehende Felsformation aus dem Erdboden. Aber nach 3 Stunden hin und her laufen, verliert auch er seinen Reiz und man will wieder weg

Mount Rushmore sieht schon krass aus, aber es ist zu sehr auf Tourismus ausgelegt. Man fährt stundenlang durch Berge und Wälder und denkt, dass man am Arsch der Welt ist und urplötzlich guckt dich ein Betonklotz, alias Parkhaus, auf einem Berg an. Schräg ist dafür gar kein Ausdruck mehr. Nach stundenlangem bestaunen der 4 Gesichter ging es dann auch wieder zurück nach Rapid City und wenig später dann auch wieder zurück nach Aberdeen.Dort angekommen, wurden wir für nur eine Nacht wieder in die Gastfamilien gesteckt, denn am nächsten Tage ging es weiter nach Chicago. Ausruhen war nicht.

Am nächsten Morgen ging es schon früh zum Aberdeener Flughafen. Dieser Flughafen besitzt nur ein Gate und trotzdem stand auf den Tickets, zu welchem Gate du zugehen hast. Und sogar in dem Flughafen selber wurde das Gate noch mal groß mit einem A verziert. Wenig später in Chicago wurde mir dann auch klar warum das mit dem Gate so war. Denn in den Chicagoer U-Bahnen wird immer gesagt, auf welcher Seite du auszusteigen hast. Schön, wenn man nicht mehr selber denken muss.

In Chicago ist es natürlich ganz anders als in den ländlichen Gegenden. Hochhäuser, wo man nur hinsieht. Wir wohnten in einem Hotel in der City. Das Hotel war eher mittel zum Zweck. Es war dort grundsätzlich kalt, die Heizung konnte man nicht anmachen, da der Hahn zum Aufdrehen wohl eine Attrappe war. Und da es ja keine Federbetten dort gibt, sondern nur Decken, die wie Bettlagen sind, gab, fror man dort auch ausgiebig. In der City selber herrscht ein Gewusel, was ich noch nicht erlebt habe und man sah all solche Leute, wie man sie nur aus dem TV kannte. Hunger brauchte man dort nicht leiden, denn so gut wie in jedem Häuserblock gab es mindestens einen Mcdonalds. Die Not wurde zur Tugend und so aß man fast täglich dort, da natürlich die anderen Alternativen viel zu teuer waren. Allerdings war der Service bei McDonalds alles andere als mangelhaft. Ein Cheeseburgermenu wurde so serviert:

  1. Man nehme die schlecht eingepackten Cheeseburger und werfe sie in die Tüte
  2. Man nehme eine Schippe voll Pommes und schütte sie in die Tüte über die Cheeseburger und werfe den Pommesbehälter hinterher
  3. Man nehme eine Handvoll Salz-, Pfeffer- und Ketchuptütchen und verteile sie lustlos über die Pommes
  4. Man drückt die Sprite mit dem schlecht aufgesetzten Deckel und eine zerknautschte Tüte voll mit Punk 1 bis 3 dem ahnungslosen Kunden in die Hand und verlangt
  5. das Geld

Jetzt noch mal selbst mit der Hand in die Tüte fassen und alles gleichmäßig verrühren – guten Appetit.

Aber was erwartet man von einem Land, wo gesagt wird, wo man aussteigen muss und Rumänien für den Irak gehalten wird?

(c) Ypioca

14.5.08 12:50


Knorr Fix(en)

Normalerweise, wenn ich fernsehe, schalte ich weg, wenn Werbung kommt oder mache irgendetwas anderes nebenbei, denn ganz so interessant ist die Werbung nun wirklich nicht. Anders gestern, da war ich einfach mal zu faul aufzustehen, bzw. kam sowieso nichts anderes abends im TV. Also begnügte ich mich mal mit vielen kleinen Kurzfilmchen sechs Minuten lang. Alles relativ langweilig, aber eine Werbung machte mir dann doch etwas Sorgen. Knorr Fix.

Wieso? Nunja, es geht ja eigentlich darum, dass irgendwelche Familienmitglieder irgendetwas ganz tolles machen und dann plötzlich Hunger bekommen und die Mama, Oma oder wer auch immer bekommt das dann mit, weiß aber gar nicht, was sie eigentlich kochen soll....bis, ja bis ihr dann plötzlich eine Eingebung/ Halluzination das zukünftige Mahl zeigt.

Und hier fing ich mich an zu fragen: "Wieso?" Mir kommt niemals eine Eingebung, bzw. passiert es mir nie, dass ich auf meinen Tisch sehe und feststelle, dass ich ja eigentlich mal Zigeunerschnitzel zubereiten könnte. Also wieso passiert das nur den Knorr Fix-Leuten? Liegt es am Knorr Fix selber? Und wenn ja, wieso? Was ist im Knorr Fix enthalten, dass man davon Halluzinationen von solchen Rezepten bekommt? Fragen über Fragen. Aber eines hat diese Werbung bei mir bewirkt:
Ich werde keine Knorr Fix-Gerichte essen.

Keine macht den Drogen Knorr Fix!!!
16.5.08 12:17


The easy way of war

Gestern Nacht oder besser gesagt, heute Nacht (00:30) als ich eigentlich nur noch so etwas fern sah, damit ich dann friedlich eindösen kann, zappte ich nochmal kurz durchs Programm und entdecke eine wunderbare Dokumentation auf Phoenix War made easy - Wie Amerikas Präsidenten Lügen. 

Und während diesem Beitrag kam mir so der Gedanke, dass eigentlich sogut wie jeder Krieg (zumindest des letzten Jahrhunderts) auf Lügen basierte.
Siehe der erste Weltkrieg: Man erschoss den österreichischen Thronerben Franz Ferdinand in Serbien. Nunmal ehrlich - ist das ein Grund plötzlich ganz Europa anzugreifen?
Anderes Beispiel der zweite Weltkrieg: Man behauptete, dass die Polen über die deutsche Grenze eingedrungen sind und man deswegen jetzt "zurückschießen werde". Ist das ein Grund auch Frankreich anzugreifen? Wohl kaum.
Diese Reihe kann man immer so weiter gehen bei so gut wie jedem größeren Konflikt: Vietnamkrieg (es wurden nie amerikanische Schiffe im Golf von Tonkien angegriffen, sondern nur etwas "bedroht" ). Oder der Irakkrieg II, von wegen Massenvernichtungswaffen, etc.

Nur stellt sich mir die Frage: Wieso müssen die Regierungen lügen, um in den Krieg zu ziehen. Die Antwort ist so einfach wie simple: Weil das Volk niemals hinter Gründen stehen würden, wie "Wir wollen mehr Öl haben" oder "Wir wollen unsere neuen Waffen mal ausprobieren" oder "Wie wollen einfach mal unsere Grenzen erweitern." Oder wie man es jetzt auch wunderbar beobachten kann im oder über den Iran. Der böse Machmut will die Atombombe basteln um damit Israel und die ganze friedliche Welt zu tilgen. Es ist keine Geheimnis, dass er Isreal nicht gerade sehr wertschätzt, aber es wäre strategisch dumm von ihm jetzt Israel anzugreifen, jetzt, wo Amitruppen im Westen (Irak) und Osten (Afgahnistan) nur darauf warten einzumaschieren. Da wäre es doch schlauer abzuwarten, bis die wieder weg sind. Nur dumm, dass die gar nicht weg wollen, sondern vielmehr schon planen, wie man am besten und schnellsten den bösen Iran invasieren kann. Doch welches halbwegs intelligente Volk macht da bitteschön auch mit? Es wird nicht einfach werden wieder lustige Gründe zu finden diese Pläne auch praktisch umzusetzen, nachdem es puplik geworden ist, dass man quasi grundlos den Irak "befreit" hat.

Aber wie schafft man es, dass einem das Volk unterstützt und den (eigentlich sinnlosen) Krieg auch will?
Man verpacke es in einen Akt der Gutmütigkeit. Es wird einem vorgegaukelt, dass man das feindliche Volk befreien, demokratisieren und Wohlstand bringen will. Nur toll, dass am Ende eines solchen Krieges kaum noch Zivilisten da sind, denen man seine eigenen Werte aufzwingen will.

90% der Toten im Irakkrieg sind Zivilisten. Trotz Präszisionswaffen? Ja, trotz oder wegen solcher Waffen. Es ist schon fantastisch ein Haus auf einen Meter genau zu treffen. Nur ist es weniger fantastisch, wenn die Explosion dann einen 50 Meter Radius hat. Statistisch gesehen sind die zivilen Opfer seit dem Ersten Weltkrieg prozentual gestiegen. Waren es da 10%, sind es schon im WK2 schon 50% und im Vietnamkrieg 70%. Doch wieso? Ganz einfach, es werden ja auch weniger Soldaten in den Nahkampf geschickt, als früher. Alles wird von 10.000 Meter Höhe oder Ferne bombadiert - fertig. Und das alles unter dem Motto der Befreiung - Yehaaa!

"Hey ihr wollt unsere Demokratie nicht? Ihr wollt gar nicht befreit werden, da es euch eigentlich ganz gut geht? Nicht mit uns! Wir gestalten euch so um, dass wir euch gut ausbeuten können und stehen sogar noch gut da. U-S-A, U-S-A!"

Ich habe im Grunde nichts gegen die USA, vielmehr gegen ihre Politik (ganz besonders die Außenpolitik). Ein Vietnamkriegsgegner (einer der Wenigen), der sogar ein US-Senator war, hatte einmal gesagt: "Die Außenpolitik, wird vom Volk gemacht.", darauf fragte man ihn, was denn da nun der Präsident überhaupt noch machen soll. Die Antwort gefiel mir besonders gut: "Der Präsident hat die Aufgabe, diese Außenpolitik auch umzusetzen." Nur schade, dass das Ami-Volk nicht selbst entscheiden kann, ob nun Krieg sein soll oder nicht OHNE vorher manipuliert zu werden. Aber in welcher Demokratie ist das schon der Fall?

Oder andere Frage: Ist es eigentlich eine Demokratie, wenn man zwischen zwei Übeln wählen kann?

Aber ich schweife jetzt etwas ab. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass man niemals alles glauben soll, was einem in den Medien oder in der Politik schön geredet wird. Die Wahrheit ist natürlich unbequem und kommt auch meistens ans Licht - nur ist es in vielen Fällen zu spät und kostete einen hohen Tribut!

In diesem Sinne: Make Take it easy
17.5.08 15:59


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